Auswertung

Schnüffeln und kein Ende

Während Geheimdienste seit Edward Snowden und deren Spionageaktivitäten ins Zentrum der medialen Aufmerksamkeit geraten sind, werden durchaus vergleichbare Aktivitäten in der Online Werbebranche vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ein Beispiel ist das Facebook Atlas Programm[1], wo durch Cross-Referencing von EMail Adressen oder Telefonnummern von Facebook Accounts zu Einkäufen in der physischen Welt ein Konnex hergestellt wird. Das passiert durch eine an sich recht harmlose Frage nach der EMail oder Telefonnummer nach erfolgtem Einkauf direkt im Geschäft. Der eine oder andere mag denken, dass damit das Geschäft mit dem Kunden in Kontakt bleiben möchte und auf diese Weise vielleicht Werbung zukommen lassen möchte. Nun bei Atlas ist das anders: hier kommt Facebook zu Informationen, inwieweit Werbeeinschaltungen bei den Usern zum gewünschten Effekt (also dem Kauf) geführt haben, weil Facebook eben nachvollziehen kann, welche Werbeeinschaltung User zu Gesicht bekommen haben. Und das ist nicht nur auf Facebook beschränkt, es funktioniert nach dem klassischen Ad-Server Prinzip auch ausserhalb von Facebook.
Das hört sich schon recht gruselig an, insbesondere wenn man bedenkt dass Facebook dieses Programm schon seit zwei Jahren fährt, wenn auch in anonymisierter Weise. In Zukunft möchte Facebook Kreditkartendaten auf ähnliche Art und Weise verknüpfen um den Prozess völlig zu automatisieren.

Wir entwicklen nun mit qonnect eine alternative CRM und Marketing Plattform für Unternehmen, wo Werbeaktivitäten nicht in veritable Spionageaktivitäten ausarten. Mit qonnect verbinden sich User anonym mit deren Lieblingsläden, ohne dass persönliche Infos wie EMail oder Telefonnummern weitergegeben werden. Damit laufen User nicht Gefahr, dass ihre Daten in die Hände Dritter geraten.

[1] http://www.wired.com/2014/12/facebook-knows-ads-influence-offline-purchases/